19 von 20 Bloggerinnen und Bloggern, die bei Google vor allem über ihren Namen gefunden werden, halten oder steigern 2026 ihren Umsatz. Bei denen, die vor allem über Themen und Suchbegriffe gefunden werden, sagt dagegen fast jede Dritte, dass es schlechter läuft. Und noch eine Good News: Die Klicks gehen nicht bei allen Blogs runter. Von 70 Befragten hatten 36 im Sommer 2026 mehr Google-Klicks als im Sommer 2025, also mehr als die Hälfte – vor allem jüngere Blogs, die gerade erst richtig durchstarten. Woher ich das weiß? Im September 2026 habe ich in meiner großen Blog-Umfrage 2026 70 Bloggerinnen und Blogger gefragt, wie sich ihre Google-Klicks entwickelt haben und was das mit ihrem Umsatz macht. Denn gerade lese und höre ich überall denselben Satz: Die KI frisst unsere Klicks, und mit den Klicks verschwinden die Kunden. Stimmt das wirklich? Oder ist das einfach nur die nächste „Blogs sind tot“-Welle, von denen es in den vergangenen 20 Jahren schon sehr viele gab – und die sich nie bewahrheitet haben? Ich wollte es genau wissen.
Die Ergebnisse meiner Blog-Umfrage 2026 in Kürze:
- Wer von Klicks lebt, verliert: 6 von 10 Befragten mit Affiliate-Links, Werbung oder digitalen Produkten ohne Betreuung sagen, dass 2026 umsatztechnisch schlechter läuft als 2025.
- Weniger Klicks heißt nicht weniger Kunden: 19 von 30 Befragten, die Google-Klicks verloren haben, halten oder steigern trotzdem ihren Umsatz. 14 dieser 19 verkaufen 1:1-Begleitung oder Gruppenprogramme.
- Ein starker Name ist der stärkste Schutz: Von den Befragten, die vor allem über ihren Namen gefunden werden, halten oder steigern 19 von 20 ihren Umsatz. Bei denen, die über Themen gefunden werden, sagt hingegen fast jede Dritte, dass es im Vergleich zu 2025 schlechter läuft.
Meine Hypothese: Persönliche Blogartikel schützen vor dem Klick-Einbruch (Spoiler: nicht ganz)
Meine Hypothese für meine Blog-Umfrage 2026 hieß: Bei fast allen Bloggern gehen die Klicks von Google runter. Aber dynamische Blogger, also alle, die (auch) viele persönliche Blogartikel schreiben, spüren das kaum im Umsatz, weil sie eher Dienstleistungen verkaufen und für sie daher die Qualität der Besucher zählt und nicht die Menge. Technische bzw. strategische Blogger, die fast nur Anleitungen und Ratgeber schreiben, trifft der Klick-Rückgang dagegen hart, vor allem, weil ihr Geschäftsmodell oft direkt an Klicks hängt: Affiliate-Links, Werbebanner, digitale Produkte ohne Betreuung.
Ich lag mit meiner Hypothese teilweise daneben:
Erstens verlieren nicht fast alle Blogs Klicks. Von 70 Befragten haben 30 weniger Google-Klicks als im Vorjahr, 36 dagegen sogar mehr. Allerdings hängt das stark vom Alter des Blogs ab: Von den Blogs, die 2015 oder früher gestartet sind, haben 7 von 11 Klicks verloren, von den Blogs, die erst 2024 oder 2025 losgelegt haben, nur 4 von 19. Wer frisch startet und regelmäßig bloggt, wächst also noch – auch wenn die Blog-Klicks insgesamt rückläufig sind. Wer hingegen lange dabei ist, spürt den Klickrückgang sehr deutlich.
Zweitens: Die dynamischen Blogger:innen sind nicht geschützter, eher im Gegenteil. 15 von 49 dynamischen Blogger:innen sagen, dass 2026 umsatztechnisch schlechter läuft (31 %), aber nur 2 von 21 technischen Bloggern (10 %). Am häufigsten trifft es ausgerechnet die Gruppe, die ungefähr halbe-halbe persönliche und fachliche Blogartikel schreibt: 12 von 34.

Drittens, und da hatte ich recht: Das Geschäftsmodell entscheidet mit. Wer mit Affiliate-Links oder digitalen Produkten ohne Betreuung Umsatz macht, verliert deutlich häufiger Umsatz. Nur schreiben 8 dieser 10 Befragten eben dynamisch, mit vielen persönlichen Blogartikeln, und genau das passt nicht zu meiner Hypothese.
Was mich am meisten überrascht hat, hatte ich gar nicht auf dem Schirm: Der stärkste Schutz vor dem Umsatzrückgang ist nicht die Art der Blogartikel, sondern ob die Leute bei Google nach deinem Namen suchen. Dazu gleich mehr in Erkenntnis 3.
Die Methodik hinter der Blog-Umfrage 2026: 70 Blogger:innen, Klicks aus der Search Console, Umsatz geschätzt
Befragt habe ich Bloggerinnen und Blogger aus meinem Umfeld, vom 2. bis 28. September 2026. In meiner Blog-Umfrage 2026 habe ich die Zielgruppe folgendermaßen beschrieben: „Diese Umfrage ist für alle, die ihre Website bzw. ihren Blog nutzen, um Umsatz zu machen – egal wie! Und die schon seit mindestens Mai 2025 bloggen und Daten in der Google Search Console sammeln.“ Erst im Laufe meiner Umfrage habe ich festgestellt: Viele Blogger konnten meine Umfrage nicht ausfüllen, weil sie zwar schon lange bloggen – aber nicht die GSC installiert haben! Extra deshalb habe ich im September einen neuen Blogartikel veröffentlicht: Google Search Console einrichten in 10 Minuten.
70 Personen haben auf meine Umfrage geantwortet. Die Umfrage lief über ein Tally-Formular, das ich in meinem Newsletter und auf Social Media geteilt habe. Es handelt sich nicht um eine repräsentative Erhebung, sondern um eine Befragung in meinem eigenen Umfeld, und viele der Befragten kennen meine Haltung zum Bloggen.
Das Herzstück meiner Befragung waren die Klickzahlen in der Google-Search-Console (GSC). Denn ich wollte wissen, ob und wie sich der Klickrückgang durch die Google AI Overviews auf bloggende Selbständige auswirkt. Ich habe nach den Klicks und Impressionen vom Juni bis August 2025 gefragt – und dann nochmal für den gleichen 3-Monats-Zeitraum in 2026. Ich konnte keine älteren Klickzahlen abfragen, weil die GSC Daten maximal 16 Monate lang speichert. Ich habe also mit den Juni-2025-Zahlen den maximal längsten Zeitraum abgefragt, der mit der GSC im September 2026 möglich war. Die Personen haben die Zahlen in der GSC abgelesen und in meine Umfrage eingetragen. Ich habe dann selbst errechnet, wie hoch die Veränderungen waren. Als Klick-Rückgang zähle ich ein Minus von 10 % oder mehr. Zwei Klickwerte waren offensichtlich vertippt (sie haben Impressionen und Kicks vertauscht), sie verändern aber keine der Kernaussagen. Mir ist bewusst, dass viele Leute mit einem „kleinen“ Blog bzw. mit wenigen Klicks sich womöglich nicht getraut haben, meine Umfrage auszufüllen (Klick-Shaming).
Beim Umsatz hingegen habe ich keine genauen Zahlen abgefragt, denn ich wusste, dass viele Leute dann meine Umfrage nicht ausfüllen würden. Hier wollte ich nur wissen: „Wie hat sich dein Umsatz 2025 gegenüber 2024 entwickelt? Dabei geht es um deinen gesamten Umsatz als (nebenberuflich) Selbständige:r.“ und „Und wie läuft 2026 umsatztechnisch bisher, verglichen mit 2025? Hier reicht dein Bauchgefühl, das Jahr ist ja noch nicht vorbei.“ Die meisten haben hier geantwortet: „Ungefähr gleich (plus/minus 10 %)“. Es gab dann noch weitere Prozent-Bereiche, wie z. B. „Etwas besser (plus 10 bis 25 %)“ bzw. „Etwas schlechter (minus 10 bis 25 %)“ und „Deutlich besser (plus 25 % oder mehr)“ bzw. „Deutlich schlechter (minus 25 % oder mehr)“. Für alle, die keine genauen Angaben zu ihrem Umsatz machen konnten gab es die Option „Kann ich noch nicht sagen“. Gut zu wissen: 69 % der von mir befragten Blogger halten 2026 ihren Umsatz oder machen sogar (deutlich) mehr Umsatz als 2025.
Die meisten Befragten sind selbständig: 32 der 70 verdienen ihr Geld vor allem mit 1:1-Dienstleistung oder 1:1-Coaching, 8 mit Gruppenprogrammen, Kursen mit Betreuung oder Mitgliedschaften, 6 mit Affiliate-Einnahmen, Werbung oder gesponserten Beiträgen und 4 mit digitalen Produkten ohne Betreuung. 12 bloggen neben einer Anstellung oder einem anderen Haupteinkommen, 8 verkaufen (noch) nichts.
21 der 70 Blogger schreiben überwiegend Anleitungen und Ratgeber, 15 überwiegend Erfahrung, Meinung und persönliche Geschichten, 34 ungefähr halbe-halbe.
Ich habe diese Blog-Umfrage 2026 durchgeführt, weil mich die Entwicklung der Google-Klicks selbst auch sehr beschäftigt. Als Bloggerin bin ich davon direkt betroffen: Meine eigenen Klicks sind 2026 um 8,7 % gefallen, meine Impressionen sogar um 18,4 %. Mein Umsatz 2026 hingegen ist momentan noch stabil (plusminus 10 % Veränderung ggü. 2025), allerdings mit der Aussicht auf eine deutlich positivere Entwicklung zum Jahresende hin. Das letzte Quartal ist oft das umsatzstärkste des ganzen Jahres.
Wer von Klicks lebt, verliert: 6 von 10 Bloggern mit Affiliate-Links oder digitalen Produkten sagen, 2026 läuft schlechter
Meine Umfrage hat meine Vermutung bestätigt: Wenn dein Umsatz direkt an der Zahl der Klicks hängt, schlägt der Klick-Rückgang voll auf deinen Umsatz durch. 10 Befragte verdienen ihr Geld vor allem mit Affiliate-Links, Werbung oder digitalen Produkten ohne Betreuung. 8 von ihnen haben Google-Klicks verloren, und 6 von ihnen sagen, dass 2026 umsatztechnisch schlechter läuft als 2025. Zum Vergleich: Bei den 40 Befragten, die vor allem 1:1-Begleitung oder Gruppenprogramme verkaufen, sind es nur 7 von 40.

Barbara von mama-blog.at verkauft digitale Produkte für Kindergeburtstage und Bücher für Reisen mit Kindern, und sie bringt es auf den Punkt:
„Früher hab ich bestehende Produkte nur über die Blogbeiträge verkauft. Da hätte ich gar keine Chance mehr bei dem Zahleneinbruch.“
Sabrina von hallo-island.de merkt den Rückgang „an meinen Affiliate-Einnahmen und verkauften digitalen Produkten, die deutlich runtergegangen sind, vor allem in den Zeiten, wo sie in den Vorjahren extrem stark waren.“
Das heißt für dich: Schau dir deine gesamten Einnahmen der letzten zwölf Monate an und rechne aus, wie viel davon über Affiliate reinkommt. Ist das der größte Teil deines Umsatzes? Dann bau dir jetzt ein zweites Standbein, das auf Beziehung setzt statt auf Klicks. Also: Voller Fokus auf deinen Newsletter und auf Angebote mit persönlicher Begleitung – oder beides. Barbara hat genau das gemacht: sie hat ihre Produktpalette ausgebaut und Bücher zusätzlich über Amazon Ads beworben, und sie sagt selbst, dass sie nur deshalb keine so großen Verluste hat.
Weniger Klicks heißt nicht weniger Kunden: 19 von 30 Bloggern mit Google-Klick-Rückgang halten oder steigern ihren Umsatz
Sinkende Klicks in der Search Console bedeuten noch lange keinen sinkenden Umsatz.
30 Befragte haben im Sommer 2026 mindestens 10 % weniger Google-Klicks als im Sommer 2025. Trotzdem sagen 19 von ihnen, dass 2026 umsatztechnisch gleich gut (8) oder sogar besser (11) läuft als 2025.
Und wer sind diese 19? 14 von ihnen verkaufen 1:1-Begleitung oder Gruppenprogramme, 3 bloggen neben einem anderen Haupteinkommen, und nur 2 verdienen ihr Geld mit Affiliate-Links oder digitalen Produkten. Anders gesagt: Von 17 Befragten mit Klick-Rückgang und Begleitangebot halten oder steigern 14 ihren Umsatz (82 %). Bei Affiliate-Links und digitalen Produkten sind es nur 2 von 8, und das sind genau die Leute aus Erkenntnis 1. Entscheidend ist also nicht nur, ob du Klicks verlierst, sondern was hinter dem Klick wartet: ein Produkt, das nur über diesen einen Klick verkauft wird, oder ein Mensch, mit dem man arbeiten möchte?

Irina von deinleinen.de hat rund ein Viertel ihrer Klicks verloren und macht trotzdem mehr Umsatz. Ihr Kommentar dazu:
„Außer an den Zahlen im Analysetool, habe ich es (den Klickrückgang) überhaupt nicht bemerkt.“
Ähnlich klingt Birgit Nora Schäfer, deren Umsatz 2026 sogar deutlich gestiegen ist: „Das habe ich ausser dem Blick auf das Analyse-Tools gar nicht bemerk. Es sind weiterhin Anfragen gekommen.“
Und Swantje Rost hat eine Erklärung, die ich sofort unterschreiben würde: „Diejenigen, denen die Info aus dem Overview reicht, hätten sowieso nichts gekauft, sondern wären mit der Info aus dem Blogartikel zufrieden.“
Das heißt für dich: Miss nicht nur Klicks, sondern das, was wirklich Umsatz bringt. Notiere dir einmal im Monat drei Zahlen neben deinen Search-Console-Daten: Wie viele Anfragen kamen rein, wie viele neue Newsletter-Abonnent:innen hast du dazugewonnen und wie viele Buchungen sind erfolgt? Genau dort haben viele Befragte die Veränderung im Alltag bemerkt: weniger Anfragen, weniger Newsletter-Anmeldungen, weniger Kommentare.
Dein Name schützt dich: 19 von 20 Bloggern, die über ihren Namen gefunden werden, halten oder steigern 2026 ihren Umsatz
Wenn die Leute bei Google nach dir und nicht nur nach deinem Thema suchen, können dir die AI Overviews kaum etwas anhaben.
In der Umfrage habe ich gefragt, welche Suchbegriffe in der Search Console ganz oben stehen. Also: Was geben die Leute bei Google ein, bevor sie auf die jeweilige Website klicken? Bei 21 Befragten sind es überwiegend ihr Name oder ihr Blog- bzw. Firmenname. Von diesen 21 sagt genau eine, dass 2026 schlechter läuft, eine kann es noch nicht einschätzen, und die übrigen 19 halten ihren Umsatz (7) oder steigern ihn (12). Bei den 45 Befragten, die vor allem über Themen und Suchbegriffe gefunden werden, sagen dagegen 14 (31 %), dass es 2026 schlechter läuft.

Und jetzt schließt sich der Kreis zu meiner Wette: Wer überwiegend persönlich bloggt, wird mehr als dreimal so oft über den eigenen Namen gefunden wie Ratgeber-Blogger:innen, nämlich bei 7 von 15 statt bei 3 von 21. Von den 10 Befragten mit klick-abhängigem Geschäftsmodell wird dagegen keine einzige vor allem über ihren Namen gesucht. Persönliche Blogartikel schützen dich also nicht automatisch, aber sie sind der Weg dahin, dass Menschen gezielt nach dir suchen.
Esther Nogler wird überwiegend über ihren Namen gefunden und beschreibt genau diesen Effekt:
„Trotzdem ist meine Praxis gefüllt gewesen. Die Leute haben mich immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie hilfreich die Blogartikel auf meiner Webseite seien. Das gab ihnen Vertrauen.“
Bei Antonia Ludwig steht ihr Name auf Platz 2 der Suchbegriffe, und sie beschreibt, was im Alltag passiert: „Ich werde häufiger darauf angesprochen. Ich erwähne meine Artikel gern woanders.“
Und Susanne Seyfried, die ebenfalls vor allem über ihren Namen gefunden wird und 2026 deutlich mehr Umsatz macht, setzt ganz bewusst auf das, was nur sie in ihren Blogartikeln erzählen kann: „Ich versuche mehr Haltung und mehr Persönlichkeit reinzubringen, weniger Fakten, weniger reines Wissen, sondern so arbeite ich in der Praxis (das wird auch immer mehr nachgefragt)“
Das heißt für dich: Öffne heute deine Google Search Console, klicke auf „Leistung“ und schau dir die Suchanfragen an. Taucht dein Name unter den Top 10 auf? Wenn nicht, dann schreib ihn überall hin, wo Menschen dich lesen: in eine Autorenbox unter jedem Blogartikel, schreibe Gastbeiträge unter deinem Klarnamen, nimm an Blogparaden teil, trete unter deinem Namen in deinen Newsletter auf. Und schreibe Blogartikel, die dein ganz spezifisches Wissen enthalten. Also: Blogartikel, die nur du schreiben kannst, mit deinen Anekdoten und Geschichten, mit deiner Haltung und mit deinen Fehlern.
Ein ehrlicher Nachsatz: Meine Blog-Umfrage 2026 zeigt nur einen Zusammenhang. Vielleicht werden die Befragten ja auch deshalb über ihren Namen gesucht, weil ihr Business schon länger gut läuft. Aber genau das ist ja der Punkt: Ein Name, nach dem gesucht wird, ist das Ergebnis von Sichtbarkeit – und die kannst du aufbauen.
5 weitere Erkenntnisse aus meiner Blog-Umfrage 2026, die ich so nicht erwartet hätte
- Wer Umsatz verliert, arbeitet mehr: 16 der 17 Befragten mit Umsatzminus sagen, dass sie heute mehr tun müssen als vor zwei Jahren, um auf dieselben Aufträge zu kommen, 12 davon „deutlich mehr“. Keine einzige sagt „ungefähr gleich“. Bei den 30 Befragten mit Umsatzplus sagen nur 10, dass sie heute mehr tun müssen, als vor 2 Jahren.
- Ratgeber-Blogartikel plus ein Angebot mit persönlicher Begleitung ist eine starke Kombi: Von 13 Befragten, die überwiegend Anleitungen schreiben und 1:1-Begleitung oder Gruppenprogramme verkaufen, sagt keine einzige, dass 2026 schlechter läuft.
- Nicht nur die Klicks sinken, sondern die gesamte Sichtbarkeit: Bei 23 der 30 Befragten mit Klick-Rückgang sind auch die Impressionen um mindestens 10 % gefallen. Das typische AI-Overview-Muster, also gleich viele Impressionen und trotzdem weniger Klicks, zeigt sich nur bei 7.
- Wer vor allem über die Website gefunden wird, verliert am häufigsten Klicks: 17 von 30 Befragten, bei denen die meisten Kunden über die Website anfragen, haben weniger Klicks. Bei denen, für die die Website eher die Bestätigung nach einer Empfehlung ist, sind es 5 von 14.
- KI als Empfehlerin ist noch selten: 20 von 70 Befragten (29 %) hat schon mal jemand erzählt, dass er sie über ChatGPT, Perplexity, Gemini oder eine andere KI gefunden hat, aber nur 8 hören das öfter.
Die Stimmen: drei Paare, die sich widersprechen
Am meisten hängen geblieben sind mir die Antworten, die sich gegenseitig widersprechen. Denn genau da steckt die Wahrheit: Es gibt nicht die eine Strategie, die für alle funktioniert.
SEO ist tot, SEO lebt:
„Bis dato habe ich primär auf SEO gesetzt, und das funktioniert nicht mehr.“ Jana Engel
„Ich bekomme mehr konkrete Anfragen für Kennenlerntermine, da ich im Oktober 2025 begonnen habe, aktiv SEO zu betreiben“ Melli von Curvy Yoga mit Melli
Zwei Selbständige mit Begleitangeboten, zwei komplett unterschiedliche Erfahrungen. Mein Eindruck: SEO wirkt weiterhin, aber nicht mehr als einzige Säule.
Persönlich bloggen hilft, persönlich bloggen hilft nicht:
„Meine Blogbeiträge sind so gut wie alle Erfahrungsbeiträge über unsere Geburtstage, unsere Reisen usw. Aber das hilft bei mir nicht wirklich.“ Barbara
„Mehr persönliche Artikel, über mich, über meine Erfahrungen und Erkenntnisse, weniger Fachartikel“ Sophie Gulich hat ihre Klicks damit von 473 in 2025 auf 6425 im Jahr 2026 gesteigert.
Sophie hat ihre Klicks mit persönlichen Blogartikeln deutlich gesteigert. Barbara verkauft Produkte, die an Klicks hängen, und genau da hilft auch der persönlichste Blogartikel nur begrenzt. Das ist für mich die vielleicht wichtigste Lektion dieser Umfrage.
Ausgeliefert sein oder selbst gestalten:
„Ich fühle mich ohnmächtig diesen Großen Mächten ausgeliefert. Und wir hetzen wie die Schafe hinterher.“ Claudia Selic-Köhler
„Ich schreibe so, dass das Geschriebene eindeutig nur von mir stammt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Authentizität wichtiger ist und dass die am Thema wirklich Interessierten den KI Einheitsbrei bereits jetzt langsam leid werden.“ Britta Langhoff
Ich verstehe Claudias Gefühl sehr gut, und ich glaube, Britta beschreibt den Ausweg: Wir können Google nicht steuern, aber wir können entscheiden, was wir schreiben, und dabei zu Kreativ-Direktorinnen unseres eigenen Blogs (und Lebens!) werden.
Was ich trotz 70 Antworten in meiner Blog-Umfrage noch nicht weiß
- Wie viel Umsatz hängt überhaupt an der Website? Gartenexpertin Gunhild Rudolph hat mich darauf gestoßen: Ein Umsatzrückgang kann auch ganz andere Gründe haben als ein Klick-Rückgang bei Google. Diese Frage werde ich bei meiner nächsten Umfrage klarer stellen.
- Wie entwickelt sich die E-Mail-Liste? Life-Coach Jana Engel hat vorgeschlagen, auch die Newsletter-Anmeldungen abzufragen. Genau hier könnte sich ein frühes Warnsignal verstecken.
- Warum trifft der Klick- bzw. Umsatzrückgang die Halbe-halbe-Blogger:innen am häufigsten? Vielleicht, weil sie weder mit reinen Ratgebern noch mit ihrem Namen klar gefunden werden. Das ist bisher nur meine Vermutung.
- Wie sieht der Umsatz am Jahresende aus? Für 2026 haben alle nach Bauchgefühl geantwortet. Im Januar könnte ich nachfragen, ob das Gefühl gestimmt hat. Vielleicht ist es ohnehin sinnvoller, diese Art von Blog-Umfrage im Januar durchzuführen, denn dann hat man die konkreten Klick- und Umsatzzahlen des letzten Jahres.
Was du aus meiner Blog-Umfrage 2026 mitnehmen kannst: Mach deinen Namen zum Suchbegriff!
Wenn du aus meiner Blog-Umfrage 2026 eine einzige Sache mitnimmst, dann das hier: Bau dir einen Blog, bei dem Menschen nicht nur ein Thema googeln, sondern dich. Werde zur Personenmarke – denn das schützt dich vor den AI-Overviews und KI-Verwerfungen! Das gelingt dir …
- mit Blogartikeln, die nur du schreiben kannst, weil sie dein individuelles Wissen und deine Haltung enthalten
- mit einem Newsletter, in dem du Beziehung aufbaust (und, ganz nebenbei, deinen stärksten Verkaufskanal)
- und mit einem Angebot, bei dem deine Kund:innen dich persönlich erleben (also z. B. ein Coaching-Paket oder eine Dienstleistung)
Was wird aus den Blogs in der KI-Ära?
Die Klick-Aussichten für bloggende Coaches, Selbständige und Kreative sind leider nicht rosig. Wir bewegen uns auf eine Zero-Click-Realität zu: Immer weniger Leute klicken auf unsere Website. Das passiert, weil die AI Overviews bei Google unsere Inhalte zwar anzeigen, die meisten Menschen dann aber keinen Grund mehr haben, auf unsere Website zu klicken. Aber auch bei Social Media nähern wir uns der Zero-Click-Realität: Facebook erlaubt vielen Seiten nur noch, 2 externe Links pro Monat zu posten – wenn man unbegrenzt viele Links posten möchte, braucht es dafür ein Abo für 439 € pro Monat. Und auch die KIs, wie ChatGPT und Perplexity verlinken zwar ihre Quellen – aber diese Links werden erfahrungsgemäß kaum geklickt. Links waren lange Zeit der Klebstoff des Internets. Spätestens seit 2026 werden Links von US-amerikanischen Tech-Giganten aggressiv verdrängt, die genau mit diesen Links und den großartigen Inhalten des Internets groß geworden sind.
Aber: Nicht zu bloggen, ist auch keine Lösung! Vor allem nicht für dynamische Blogger (wie mich!), die es lieben, ihr Wissen mit der Welt zu teilen und für die das Schreiben ihre Leidenschaft ist. Bloggen ist trotz sinkender Klickzahlen die einfachste Möglichkeit, in der KI-Ära sichtbar zu werden. Denn: KIs zitieren v. a. Webseiten, Blogartikel, Forenbeiträge und Wiki-Einträge – und eben nicht Facebook-Postings oder Insta-Reels. Bloggende Selbständige müssen sich in der KI-Ära weiterentwickeln und sich von liebgewonnenen und einfach auffindbaren Erfolgskennzahlen, wie Klicks und Impressionen lösen: Unsere Wirkung und Sichtbarkeit braucht ab 2027 andere KPIs.
Ich halte es für extrem wichtig, dass Blogger ihren Umsatz von ihren Klickzahlen entkoppeln. Dafür müssen wir neue Tools und Strategien erlernen, damit wir z. B. mit Werbeanzeigen unsere Newsletter-Liste vergrößern, uns mit Pinterest von Google unabhängig machen oder mit YouTube-Videos neue Zielgruppen erschließen. Und natürlich gibt es da noch die eine Kernkompetenz, um in kurzer Zeit viel Umsatz zu machen: Launchen! Ja, mit dem Bloggen alleine werden wir es in der KI-Ära schwerer haben, Umsatz zu machen. Aber: Unser Blog ist auch in 2027 und darüber hinaus die wahrscheinlich beste Grundlage für unsere Sichtbarkeit und für unseren Business-Erfolg.
Auch in der KI-Ära gilt: BLOG LIKE NOBODY’S READING! 😎

ÜBER MICH: Blog like nobody’s reading! Das ist meine Philosophie, mit der ich mein Content-Imperium aufbaue. Seit meinem ersten Blogartikel am 1. August 2005 sind über 1.200 Blogartikel dazugekommen – und eine glasklare Positionierung, eine starke Reputation und ein erfolgreiches Familien-Online-Business. Bloggen ist für mich Hobby, Leidenschaft und persönliche Weiterentwicklung. Und erst danach mein Akquisemotor und Umsatzbringer. Im Laufe meines 20-jährigen Blog-Abenteuers habe ich Begriffe geprägt, wie Content-Ängst und dynamisches Bloggen. Heute bin ich das beste Beispiel dafür, dass wir mit Persönlichkeit, Mut und Verletzlichkeit einen profitablen Blog aufbauen können, auch ohne den schwarzen Gürtel im Technik-Kungfu zu haben. Von der Festan(gst)stellung zum Leben in kreativer Freiheit: Dein Blog machts’s möglich!
