In diesem Blogartikel nehme ich dich mit durch meinen Website-Relaunch mit KI:
* Wie ich meine WordPress-Seite, deren Design von 2019 stammte und in die Jahre gekommen war, nach einem Hack-Schreckmoment neu aufgesetzt habe.
* Warum ich das kostenlose Standard-Theme TwentyTwentyOne als Fundament genommen habe.
* Wie Claude Cowork mein Umsetzungshelfer war und ich den Relaunch ohne Agentur, Webdesignerin und Programmier-Knowhow geschafft habe.
* Und: wo mir die KI sehr geholfen hat – und wo du trotzdem selbst ran musst.
Der klassische Irgendwahn: Website-Relaunch? Ach, eines Tages!
Ich wollte schon ewig eine neue Website. „Irgendwann“, habe ich mir gesagt: Irgendwann, wenn ich mal Zeit habe, wenn ich mal einen Nerv dafür übrig habe, wenn mal ein Zeitfenster kommt, in dem ich mich in dieses Riesenprojekt stürzen kann. Ich nenne das den Irgendwahn: Wir verschieben Projekte auf ewig nach hinten, weil sie sich so groß und technisch anfühlen, dass wir sie lieber gar nicht erst anfangen.
Und meine Website war genau so ein Riesenprojekt. Ich blogge seit 2005, da hat sich über die Jahre so unfassbar viel angesammelt: Alte Ordner, archivierte Seiten, die ich längst nicht mehr betreibe, beim Hoster alles kreuz und quer verschoben und komisch benannt. Zu allem Überfluss war ich auch noch an mein Hosting-Limit gestoßen: nicht beim Speicherplatz, sondern bei der schieren Anzahl der Dateien: Laut meinem Hostingvertrag sind das 262.144 Einzeldateien – und ich war schon bei über 99 %. Und: ich hatte ein WordPress-Theme, das seit Jahren nicht mehr unterstützt wurde und nur auf einer alten PHP-Version gelaufen ist. Das heißt also: Ich hatte eine ultraveraltete PHP-Version, was viele Plugins nicht so toll fanden, die eine neuere Version gebraucht haben, um richtig zu funktionieren (ok, wir hatten „extended Support“ für diese alte PHP-Version, aber hey, das hat das Ganze wieder unnötig komplex gemacht). Es gab deshalb reihenweise Probleme. Ein einziger Chaos-Haufen.
Und dann kam der Hack und weiterer Website-Heckmeck
Anfang Juli 2026 wurde meine Webseite gehackt. Oder, ok, jemand hat versucht, meine Website zu hacken. Wir haben 3 Benutzer gefunden, die sich klammheimlich in meinem WordPress eingenistet haben. Und: Sie haben schädliche Plugins installiert. Als ich in meine Plugin-Übersicht geklickt habe, habe ich das hier gesehen:

Klar, diese veraltete PHP-Version war natürlich das perfekte Einfallstor für einen Hack – oder war es eines der veralteten Plugins? Oder das Uralt-Theme? Ich habe das zum Glück sehr schnell bemerkt, wir konnten den Hack vereiteln. Und, wer weiß, vielleicht war ausgerechnet mein zu über 99 % ausgeschöpftes Datei-Limit verantwortlich dafür, dass der Hack nicht gelungen ist: die Hacker konnten einfach nichts mehr auf meiner Website installieren oder ausführen. Ich bin beim De-Hack Schritt für Schritt nach der Anweisung von Claude vorgegangen. Ok, puh, gerade nochmal Glück gehabt. Ich wusste, ich musste jetzt wirklich mal meine Website überarbeiten, aber da hat sich wieder mein Irgendwahn breitgemacht. Genau eine Woche später hatte ich beim Login in meinen WordPress-Blog dann nur einen weißen Screen. Ich wusste: Das liegt bestimmt an der alten PHP-Version oder an einem fehlerhaften Plugin. Stellt sich heraus: ja, meine Vermutung war richtig. Und da dachte ich mir: So, jetzt reicht’s. Jetzt mache ich den Relaunch!.
Genau dieser Gedanke hat mich ins Tun gebracht. Statt zu denken „das ist ein Riesenprojekt mit Datenbank und Hosting-Limit und tausend Fallstricken, dafür brauche ich zwingend einen Experten“, dachte ich einfach nur: Krieg ich das nicht vielleicht doch selber hin? Brauche ich da wirklich eine Agentur, einen Webdesigner, einen Technik-Menschen? Meine Antwort: Nein, ich mach das jetzt selbst – und zwar mit Claude! Und dann folgte mein Umsetzungsrausch über 3 Tage hinweg.
Meine zwei „das kann ich nie alleine“-Denkfehler
Es gab zwei To-Dos bei meinem Website-Relaunch, bei denen ich hundertprozentig überzeugt war: Das schaffe ich niemals allein.
To-Do Nr. 1: Das Aufräumen im Hosting-Bereich. Dieser Dateien-Dschungel aus 20 Jahren Bloggen. Zig Unterordner und Archive. Ich dachte immer: Da müsste jemand ran, der das technisch versteht und per FTP-Zugang aufräumt.
To-Do Nr. 2: Das Design. Ich kann ein bisschen HTML, ich kriege einen Link gesetzt oder eine Linkfarbe geändert. Aber „richtiges“ CSS schreiben und so ein richtig fancy Design bauen, kann ich nicht. Und dann wollte ich auch noch ausgerechnet das absolute Standard-Theme von WordPress nehmen: TwentyTwentyOne. Warum? Weil ich genau dieses Theme meinen Kursteilnehmerinnen empfehle, wenn sie mit dem Bloggen starten. Ich will da mit gutem Beispiel vorangehen. Gleichzeitig wollte ich aber unbedingt, dass meine Webseite richtig gut aussieht. Ich war mir sicher: Ein Basic-Theme, das nicht basic aussieht – das krieg ich alleine niemals hin.
In beiden Punkten sollte ich mich selbst positiv überraschen.
Aber bevor ich ins Detail gehe, ist hier mein wichtiger Service-Hinweis des Tages: Bevor du die KI an deine Website ranlässt, mache UNBEDINGT ein Backup deiner gesamten Website! Und zwar ein richtiges Backup! Klar, dein Hoster macht bestimmt auch schon regelmäßig Updates. Aber: Nur zur Sicherheit und damit du es direkt griffbereit hast: mache ein eigenes, richtiges Backup deiner gesamten Website mit allen Bildern, Texten, Kommentaren usw. Ich nutze dafür das WordPress-Plugin Updraft Plus in der kostenlosen Version. Das macht 2 Backups pro Woche und legt sie mir in meinen Google-Drive. Praktisch!
3 Aha-Momente bei meinem Website-Relaunch mit KI: „Oh, das kriege ich ja doch selbst hin!“
Gleich dreimal habe ich mich in diesem Relaunch-Prozess selbst positiv überrascht.
Erstens: Ich habe meinen Hosting-Bereich tatsächlich selbst aufgeräumt. Von 99 % Datei-Limit bin ich auf ungefähr 80 % runter. Nicht perfekt, aber ein richtig guter Anfang. Ich habe wieder Luft für Monate, vielleicht Jahre, in denen ich entspannt bloggen kann, ohne mir Sorgen über ein Dateilimit zu machen.
Zweitens: Mit diesem angeblich so limitierten TwentyTwentyOne-Theme kann ich dank Claude wunderschöne Sachen bauen. Ich hätte NIEMALS gedacht, dass so viel möglich ist.
Und drittens, das war der Moment, in dem ich mich wie eine Raketenwissenschaftlerin gefühlt habe: Ich habe das Design, das Claude mir zuerst als statisches HTML ausgegeben hatte, gemeinsam mit Claude in einzelne WordPress-Blöcke übersetzt. Das heißt: Wenn ich jetzt etwas an meiner Startseite ändern will, muss ich nicht mehr das ganze HTML-Monster anfassen, sondern gehe einfach in den einen Block, den es betrifft. Dazu dynamische Elemente auf der Startseite, ein Ticker, der durchläuft, ein Video im Header. Dass das geht UND auch noch gut aussieht – das war ein echter Wow-Moment für mich.
KI ist super für einen Website-Relaunch. Aber: Es braucht mehr als einen Prompt
Weil das jetzt vielleicht klingt wie die nächste Leichtigkeits-Lüge, sage ich es ganz deutlich: Es ist NICHT so, dass du die KI einmal briefst – „mach mir eine schöne Website mit TwentyTwentyOne“ – und dann wird das schon.
Ich hatte einen ellenlangen Chatverlauf mit Claude. Ich bin bestimmt 50- bis 100-mal hin- und hergegangen: Änder das. Nein, doch anders. Ich will doch lieber ein Video im Header, als nur ein Foto. Ich brauche eine Suchfunktion. Mach die Navigation so und so. Es war jede Menge Feinabstimmung, echte kreative Auseinandersetzung. Aber es war eben doch viel einfacher, als ich befürchtet hatte: Kein Stress, kein technisches Verzweifeln, sondern ein Sonntag, Montag und Dienstag, an denen ich mich Stück für Stück an mein Ergebnis herangetastet habe. Und wo immer es komplex wurde, hat mich Claude Schritt für Klick durchgeleitet.
Der Preis-Reality-Check meines Website-Relaunches
Das Projekt „Website-Relaunch“ ist bei uns regelmäßig Thema, dieses Projekt steht seit Jahren auf unserer To-Do-Liste. Im Frühjahr 2026, noch bevor ich mich intensiv mit Claude Cowork beschäftigt habe, hatte ich ein Angebot für diesen Relaunch eingeholt. Summe: 7.000 Euro – mindestens.
Ich habe das Angebot dann nicht angenommen. Aber nicht, weil es mir zu teuer war. Ich investiere viel in mein Business, jedes Jahr mehrfach fünfstellig. Ich habe es deshalb nicht angenommen, weil wir zu viele andere Projekte gleichzeitig hatten und weil der Relaunch zu intensiv geworden wäre: Briefings, Abstimmungen, Schulterblicke und ein wochenlanges Hin und Her. Ich habe gespürt: Das passt jetzt gerade nicht rein in mein Leben, zumal ich da auch meinen neuen Kurs „Double your List“ geplant habe. Und weil ich so eine Ahnung hatte, dass sich das Website-Projekt vielleicht auf eine unerwartete Weise lösen könnte. Es war nur eine leise Intuition, aber ich habe beschlossen, auf dieses Gefühl zu hören.
Und dann kam die unerwartete Lösung in Form der agentischen KI. Ich arbeite mich seit März 2026 intensiv in das Thema KI (insbesondere: Claude Cowork) ein. Und jetzt, nach 4 Monaten steiler KI-Lernkurve, habe ich den Relaunch selbst gemacht. Für den Preis eines Claude-Monatsbeitrags. Und klar, inklusive meiner Arbeitszeit. Aber das ist nichts im Vergleich zu der Zeit und Energie, die ich in das jahrelange Aufschieben dieses Relaunch-Projekts gesteckt habe 😀
Ich behaupte nicht, dass mein Ergebnis besser ist, als wenn eine Designerin es gemacht hätte. Bestimmt hätte sie ein noch schöneres und noch individuelleres Design kreiert. Und sie hätte den technischen Teil sauberer aufgeräumt als ich. Und dennoch: was ich kreiert habe, ist unglaublich gut. Ich bin mir vollkommen sicher: Vor Claude Cowork hätte ich das so nicht hingekriegt. Es ist schon sehr beeindruckend, wie viel uns die KI abnehmen kann, wenn wir genau wissen, was wir wollen.
Meine Faustregel: WordPress als Fundament, Claude als Werkzeug
Ich finde, rund um KI sind aktuell viele Tschakka-du-schaffst-alles-Hohepriester unterwegs, die die Möglichkeiten der KI in die höchsten Sphären hochjubeln. So dass man sich schon ganz klein fühlt, weil man noch keine Million gemacht hat mit irgendwas, das man mit der KI und Vibecoding selbst erschaffen hat. Es ist doch so einfach! In meinem Feed lese ich z. B. vermehrt, dass einige ihre Website mit KI ganz neu aufsetzen wollen, natürlich ohne WordPress, weil sie unabhängig sein wollen, kein Ballast usw. Und ich saß da und dachte: Warum ohne WordPress? Du brauchst doch eine bewährte Grundlage, die dir die technisch anspruchsvollen Dinge abnimmt! Darüber habe ich vor 2 Wochen (also noch vor dem Hack-Versuch meiner Website) einen Blogartikel geschrieben: Website vibe coden oder WordPress? Ich komme in diesem Blogartikel zum Schluss: Nimm WordPress und vibecode obendrauf schicke Seiten – das ist am einfachsten! Und genau dieser eigenen Empfehlung bin ich 2 Wochen später selbst gefolgt.
Mit KI kriegst du heute sehr viel selbst hin und du brauchst nicht bei jeder Kleinigkeit einen Experten. ABER: Du musst schon wissen, was du tust und du brauchst eine stabile Grundlage. Ich blogge seit 2005. Ich kann zwar nicht programmieren, aber ich habe ein gutes Auge fürs Design, ich kann gut texten und ich weiß, wie eine gute Website aufgebaut ist. All das hätte Claude mir nicht von allein geliefert. Ich musste sehr viele eigene Content-Elemente und eigene Ideen einbringen.
Aber zum Glück musste ich mich bei meinem Relaunch nicht noch um zusätzliche Themen kümmern, wie Kommentarverwaltung, Kategorien, Datenbank oder Mediathek. Diese grundlegenden Funktionen (ich nenne sie auch „die digitale Teufelsküche“) übernimmt WordPress für mich. Und obendrauf vibecode ich mir mit KI schicke Seiten und lasse mir CSS ausgeben, damit meine Blogartikel auch mit dem Standard-Theme TwentyTwentyOne-Stil verdammt gut aussehen. Warum jemand eine komplette Website mit Blogsystem aus dem Nichts vibecoden will, verstehe ich ehrlich nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass das schiefgeht und technisch nicht mit unseren Ansprüchen mithält, schätze ich als sehr hoch ein.
Mein hybrider Prototyp aus WordPress und KI steht. Und ich weiß jetzt: Es funktioniert.


Relaunch vorbei? Eine Website ist immer nur „vorläufig“ fertig
Meine Startseite steht, aber es ist noch nicht alles fertig. Einige Unterseiten fehlen noch. Da brauche ich bestimmt nochmal ein bis zwei Stunden, bis alles richtig rund ist. Und bestimmt werden mir in den nächsten Wochen zig Dinge auf meiner Startseite auffallen, die ich anpassen muss. Und was ist eigentlich mit der Fehlerseite, die angezeigt wird, wenn jemand z. B. einen kaputten Link anklickt? Aber: Ich nähere mich einem vorläufig fertigen Zustand, mit dem ich zufrieden bin. Endlich sitzt mir nicht mehr das To-Do im Nacken, die Website zu überarbeiten. Ein Projekt weniger auf meiner geistigen To-Do-Liste, juhu! Das heißt dann auch: Weniger digitaler Mental Load für mich!
Wenn du also gerade an dem Punkt bist, wo ich vor ein paar Tagen war – Website veraltet, Angst vor dem Riesenprojekt, dieses „ich brauch da doch einen Experten“ im Kopf: Dann fang klein an. Vielleicht ist der komplette Relaunch als Anfängerin wirklich noch eine Nummer zu groß, das will ich gar nicht schönreden. Aber eine Schrift ändern, ein neues Content-Element auf deine Startseite einsetzen, eine Kleinigkeit verschönern – das kannst du sehr wohl selbst mit KI machen.
Und wenn dein Webseiten-Frust steigen sollte, erinnere dich an meine Relaunch-Story: Manchmal braucht es einen explodierenden Chaos-Haufen, um endlich loszulegen. 😄
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ÜBER MICH: Blog like nobody’s reading! Das ist meine Philosophie, mit der ich mein Content-Imperium aufbaue. Seit meinem ersten Blogartikel am 1. August 2005 sind über 1.200 Blogartikel dazugekommen – und eine glasklare Positionierung, eine starke Reputation und ein erfolgreiches Familien-Online-Business. Bloggen ist für mich Hobby, Leidenschaft und persönliche Weiterentwicklung. Und erst danach mein Akquisemotor und Umsatzbringer. Im Laufe meines 20-jährigen Blog-Abenteuers habe ich Begriffe geprägt, wie Content-Ängst und dynamisches Bloggen. Heute bin ich das beste Beispiel dafür, dass wir mit Persönlichkeit, Mut und Verletzlichkeit einen profitablen Blog aufbauen können, auch ohne den schwarzen Gürtel im Technik-Kungfu zu haben. Von der Festan(gst)stellung zum Leben in kreativer Freiheit: Dein Blog machts’s möglich!
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