Oft lese ich „Lange Blogartikel lohnen sich nicht mehr. KI-Suchmaschinen wollen kurze, kompakte Inhalte.“ Auch in meinem Blogkurs „The Content Society“ kommt dieses Thema regelmäßig auf:

Diese Frage wurde am 7. Februar 2026 in meiner Blog-Community „The Content Society“ gestellt: „Ich höre immer öfter, dass es heutzutage nicht mehr gut sei, lange Blogartikel zu schreiben. Stattdessen solle man lieber kurze, strukturierte Artikel verfassen und diese häufiger veröffentlichen. Der Grund dafür seien die KI-gestützten Suchmaschinen. Was ist deine Meinung dazu? Wie lang sollte ein kurzer Artikel sein – 800–900 Wörter? Geht es auch kürzer? Zum Beispiel mit 500 Wörtern?“

Die KI-Ära verlangt nach kurzen Blogartikeln? Was für ein Trugschluss!

Ja, KI verändert das Suchen und Finden radikal. Aber: Die KI belohnt nicht automatisch Kürze. Sie belohnt Klarheit, Struktur, Relevanz und thematische Tiefe. Und genau deshalb sind Cornerstones, also lange und sehr ausführliche Blogartikel zu einem Thema, heute wichtiger denn je.

Wie lang sollte ein Blogartikel sein?

✅ 500 Wörter sind völlig ok, wenn das Thema klein ist.
✅ Große Themen brauchen Tiefe: Also 1.500 Wörter und mehr!
✅ Cornerstones sind strategisch wertvoller denn je: KI-gestützte Suchsysteme, wie Google oder ChatGPT lieben Cornerstones!
✅ Struktur ist wichtiger als Wortanzahl.
✅ Die beste Blog-Strategie ist ein Mix aus langen und kurzen Artikeln, die du miteinander verlinkst.

KI-gestützte Suchsysteme wie Google oder ChatGPT werten Inhalte semantisch aus. Sie suchen nach klaren Antworten, guter Struktur, Kontext und Autorität. Ein langer Artikel ist kein Nachteil, solange die Kernaussagen schnell erfassbar sind, du klare Zwischenüberschriften hast und der Text nicht aus Füllmaterial besteht (wenn du also den Blogartikel nicht künstlich aufblähst, um eine gewisse Wortanzahl zu erreichen).

Was tatsächlich schlecht funktioniert, sind lange, ungegliederte Textwüsten. Aber das war schon immer so, nicht erst seit der flächendeckenden Einführung von KI. Ich sage schon seit Jahren: vermeide den Textfladen! Das ist nämlich genau das, was Leser furchtbar finden und was Suchmaschinen nicht gut auswerten können.

Cornerstones bzw. lange Blogartikel bleiben extrem wichtig. Denn sie erfüllen heute genau das, was KI-Systeme brauchen: umfassende Themenabdeckung, klare Begriffsdefinitionen, Zusammenhänge statt Einzelhäppchen, interne Verlinkungen. Gerade KI greift bevorzugt auf Inhalte zurück, die ein Thema in der Tiefe darstellen. Das leisten in der Regel eher lange, gut gepflegte Artikel als kurze Texte. Stichwort EEAT und „Helpful Content“-Logik.

Kurze Blogartike sind kein Ersatz, sondern eine Ergänzung! Kurze Artikel funktionieren dann gut, wenn sie eine sehr konkrete Frage beantworten, einen ganz klaren Fokus haben und schnell konsumierbar sind.

Typische Längen von Blogartikeln in der Übersicht

  • 400 bis 600 Wörter: absolut ok für eine sehr konkrete Fragestellung.
  • 700 bis 1.500 Wörter: klassischer Fachartikel.
  • Ab 2.000 oder eher 3.000 Wörter: Cornerstone oder Grundlagenartikel (meine Cornerstones haben teilweise über 5.000 Wörter, sie sind also wirklich extrem ausführlich und ranken entsprechend gut).

500 Wörter sind also völlig legitim, wenn das Thema in dieser Länge sinnvoll abgeschlossen ist. Das ist es halt oft meistens nicht – außer, du beantwortest eine „kleine“ Frage. Wenn man regelmäßig kurze Blogartikel schreiben will, neigt man dann dazu, ein großes Thema künstlich klein zu halten. Das führt schnell dazu, dass dein Blogartikel thematisch verwässert und dass du sehr austauschbaren Inhalte ohne Profil bzw. Persönlichkeit hast.

Kurze vs. lange Blogartikel: Ein Vergleich

Ein Beispiel von meinem eigenen Blog: Ich habe einen epischen Blogartikel zum Thema „Blog erstellen“ mit 7.435 Wörtern. In diesem Blogartikel habe ich alles abgedeckt rund um die Frage „wie starte ich meinen Blog?“: Positionierung, technischer Setup mit WordPress, WordPress-Einstellungen, Plugins, Analytics, Design, juristische Punkte usw. Dieser Blogartikel ist ein krasser Deepdive und ein echter One-Stop-Blog, in dem alles zu einem Thema drin ist. Alleine schon die Inhaltsangabe hat 316 Wörter!

Wie tief könnte ein Blogartikel zum Thema „Blog starten“ mit nur 500 oder 1000 Wörtern gehen? Würde dieser Blogartikel wirklich alle wichtigen Fragen beantworten? Wäre er sehr nützlich? Würde ein so kurzer Blogartikel zigfach verlinkt und geklickt werden?

Ein langer, guter Blogartikel zu einem Thema erfüllt mehrere Punkte, die für unsere Sichtbarkeit wichtig sind:

  • Lange, ausführliche und sehr nützliche Blogartikel werden häufiger von anderen Webseiten referenziert (verlinkt, zitiert, kommentiert). Und auch innerhalb deines eigenen Blogs verlinkst du solche langen, ausführlichen Blogartikel viel öfter.
  • Diese externen und internen Links sind ein wichtiger Grund, warum dieser einzelne Blogartikel dann bei Suchmaschinen viel besser und länger rankt. Für Suchmaschinen sind Links ein deutlicher Indikator für die Qualität eines Blogartikels.
  • Lange Blogartikel erhöhen die Verweildauer: Das ist ein wichtiges Signal an Suchmaschinen, dass dein Blogartikel relevant ist!
  • Ein ausführlicher, nützlicher Blogartikel deckt die Suchintention viel besser ab. Beispiel: Wenn jemand sucht: „Was ist ein Blog?“ ➡️ hier reicht eine kurze Definition. Wenn aber jemand sucht: „Wie starte ich einen erfolgreichen Blog mit WordPress?“ ➡️ Das ist ein komplexes Thema. Das braucht Tiefe.

Ich habe aktuell 34 Blogartikel mit über 3.000 Wörtern. Diese Blogartikel überarbeite ich immer mal wieder und sehe dann sehr schnell, wie sie im Ranking steigen. Einige dieser epischen Blogartikel habe ich als Grundlage für Freebies genommen, die mir tausende Newsletter-Abonnenten gebracht haben. Fun Fact: Dieser Blogartikel, den du jetzt gerade liest, hat knapp 1.900 Wörter. Damit ist er gerade noch ein „normaler“ Fachartikel.

DAS Erfolgsrezept in der KI-Ära: Blogartikel regelmäßig überarbeiten

Gerade in der KI-Ära ist es sehr wichtig, dass wir unsere Blogartikel immer wieder übearbeiten. Ein 3.000-Wörter-Artikel, der regelmäßig aktualisiert wird, ist strategisch wertvoller als 10 Kurzartikel. Aber auch hier gilt: Es ist kein Entweder-Oder! Ich als dynamische Bloggerin LIEBE es, neue Blogartikel zu schreiben! Und ich möchte nicht entscheiden müssen zwischen „aktualisiere ich einen Blogartikel oder schreibe ich einen neuen?“ Ich mache einfach beides parallel und sehe das als Teil meiner Blog-Routine.

Ein positiver Effekt vom Aktualisieren deiner Blogartikel: Mit jeder Überarbeitung werden deine Blogartikel eher länger als kürzer. Damit steigt der Informationsgehalt und die Qualität deines Blogartikels. Und das heißt: KIs finden in deinem Blogartikel noch mehr wertvolle Inhalte und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass einzelne Passagen extrahiert oder referenziert werden. Der Effekt: Deine Sichtbarkeit bei KI-basierten Suchmaschinen steigt.

Diese Struktur empfehle ich für deine Blogartikel in der KI-Ära

  • Keine langatmigen Einleitungen.
  • Direkt nach der Einleitung eine Kurzantwort oder Infobox mit den 3-5 wichtigsten Informationen des Blogartikels.
  • Dann: aussagekräftige H2- und H3-Zwischenüberschriften.
  • Zwischendrin, wo es sinnvoll ist: Listen, Tabellen oder visuelle Struktur. Klare Hervorhebung im Text, z. B. durch eine Fettung.
  • Sinnvolle interne Verlinkung.

Damit ist ein langer Artikel für Menschen UND KI sehr gut nutzbar.

Entscheidungshilfe: Langer oder kurzer Blogartikel?

Langer Blogartikel, wenn …Kurzer Blogartikel, wenn …
… das Thema komplex ist: Es gibt viele Unterfragen.… es sich um eine konkrete Einzelfrage oder um ein klar abgegrenztes Micro-Thema handelt.
… du als Expertin für dieses Thema wahrgenommen werden willst.… du eine Ergänzung zu einem bestehenden Cornerstone schreibst.
… du wertvollen Content erschaffen willst, aus dem du später z. B. ein Freebie oder eBook kreieren kannst.… es ein persönlicher Blogartikel ohne Anspruch auf SEO, Ranking oder Expertenstatus ist (z. B. Gedichte, „12 von 12„, Kunst, Gedanken des Tages usw. Meine Wort-Erfindungen „Wort des Tages“ passen in diese Kategorie).
… du mit diesem Blogartikel langfristig ranken willst.… du gerade wenig Zeit hast und trotzdem eine erste Version des Blogartikels veröffentlichen willst – aber mit dem Ziel, diesen Blogartikel schon bald mit mehr Inhalt aufzufüllen.

Die Gefahr kurzer Blogartikel: Content-Inflation!

In der KI-Ära gibt es immer mehr Inhalte zu immer ähnlicheren Themen – aber diese Inhalte haben nicht automatisch mehr Qualität. Willkommen in der Ära des KI-Slops! Seit KI-Tools das Schreiben beschleunigen, ist die Produktionsmenge explodiert: 10 Blogartikel pro Woche sind plötzlich machbar. 50 Micro-Posts auch. Technisch kein Problem. Aber ist es auch sinnvoll?

Hier nochmal das Beispiel meines epischen Blogartikels zum Thema „Blog erstellen“ mit über 7.000 Wörtern: Wenn ich diesen Blogartikel in zig Blogartikel zerteilen würde, hätte ich keinen starken Cornerstone, sondern zig „kleine“ Blogartikel zu folgenden Themen:

    • „Blog starten Schritt 1“
    • „Blog starten Schritt 2“
    • „Welche Plugins brauchst du?“
    • „Wie finde ich meine Nische?“
    • „Wie wähle ich ein Theme?“

    Die Folge dieser zig Blogartikel:

    • thematische Zersplitterung
    • viele mittelmäßige Einzelartikel
    • fehlende Autorität zu einem klaren Kernthema

    Wenn 100 Blogger einen 500-Wort-Blogartikel zum Thema „Wie starte ich einen Blog?“ schreiben wollen, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass diese 100 Blogartikel relativ ähnlich werden. Je länger unsere Blogartikel sind, umso eigener und besonderer sind sie!

    Und: Mehr Blogartikel bedeuten mehr Pflegeaufwand! Denn viele kurze Blogartikel führen zu:

    • mehr URLs
    • mehr internen Verlinkungen
    • mehr Aktualisierungsbedarf
    • mehr potenzieller Kannibalisierung

    Kurz gesagt: Ein Blog mit 200 dünnen Artikeln ist schwerer strategisch zu pflegen als ein Blog mit 40 starken Kernartikeln.

    KIs belohnen Authority und Expertise

    Gerade jetzt in der KI-Ära ändern sich die Spielregeln beim Suchen und Finden von Informationen: Früher waren wir es gewohnt, bei Google zig Suchergebnisse zu bekommen, durch die wir uns durchgeklickt haben, um unsere Antwort zu finden. Da war es dann relativ egal, dass wir bei einer Google-Suche nicht auf Platz 1 waren, sonder auf Platz 4 oder 5 – wir haben immer noch viele Klicks bekommen.

    Heute gibt uns die KI sofort die Antwort, nach der wir gesucht haben. Wir müssen uns nicht mehr mühsam durch die Wikipedia oder zig Blogartikel lesen. Aber der Clou ist: In KI-Antworten werden nur wenige Quellen prominent genannt oder indirekt zitiert. Sichtbarkeit verschiebt sich von „Seite 1 mit 10 Treffern“ zu „Wer wird als Referenz herangezogen?“ Das heißt: Es gibt nicht mehr zig Suchergebnisse, die nebeneinander angezeigt werden. Wenn es nur noch wenige Suchergebnisse gibt, müssen wir, wenn wir sichtbar bleiben wollen, zu DER ANTWORT für eine Frage werden! Und das geht nur mit wertvollen Blogartikeln, die unsere Expertise und Autorität beweisen. Und damit ändert sich nicht wirklich viel zu früher, als es das Ziel vieler Blogger und SEO-Experten war, mit ihren Inhalten auf Platz 1 bei Google zu landen.

    Die Wortanzahl ist kein Ziel. Sie ist ein Ergebnis!

    Ein guter Blogartikel ist so lang wie nötig. Und nicht so kurz wie möglich. Wichtig ist, dass unser Blogartikel das Thema gut beantwortet. Ob eine Antwort „gut“ ist, entscheidet sich nicht anhand der Wortanzahl. Ja, ich schaue beim Bloggen auf die Wortanzahl – aber sobald ich bei einem Expertenartikel 1.000 Wörter erreicht habe, ist mir die Wortanzahl egal.

    Wenn du langfristig sichtbar sein willst, dann stelle dir nicht die Fragen: „Wie oft und kurz darf ich schreiben?“ oder „Wie viel kann ich veröffentlichen?“ Sondern: „Wie kann ich dieses Thema wirklich wertvoll aufbereiten?“ und „Welcher Artikel könnte in 3 Jahren noch immer relevant sein?“

    Fazit: Lange, gute Blogartikel sind in der KI-Ära deine Sichtbarkeits-Garantie!

    Nicht lange Blogartikel sind tot. Sondern schlecht strukturierte lange Artikel! Gute Cornerstones sind strategisch wertvoller denn je, gerade jetzt in der KI-Ära! Kurze Artikel sind sinnvoll, wenn du mit ihnen „kleine“ Themen bzw. Fragestellungen beantwortest.

    Der klügste Weg für dynamische Blogger ist ein Mix: Wenige starke, tiefgehende Grundlagenartikel (= Cornerstones). Ergänzt durch fokussierte, kürzere Beiträge, die darauf einzahlen und die du intern miteinander verlinkst.

    Nicht entweder oder. Sondern strategisch kombiniert.

    Was bedeutet die KI-Ära für uns Blogger?

    Ich beschäftige mich intensiv mit der Frage: Blog – quo vadis? Das Bloggen ist für mich nicht nur Teil meines Business, sondern auch mein Hobby und meine Leidenschaft. Ich glaube: Blogs werden auch in 5, 20 und 50 Jahren existieren. Aber: Wir müssen akzeptieren, dass Google nicht mehr der beste Freund der Blogger ist und dass unsere Klickzahlen nicht mehr automatisch steigen, nur weil wir regelmäßig bloggen.

    Im Dezember 2025 habe ich meine Blog-Prognosen für die KI-Ära veröffentlicht:

    Die Klicks von Google & Co. gehen runter: Das ist der Tod vieler klickbasierter Geschäftsmodelle. Die Zeiten, in denen wir einen Blog schnell z. B. mit Werbebannern oder Affiliate-Links profitabel machen konnten, sind vorbei. Was es jetzt braucht, damit unsere Blogs relevant bleiben, habe ich hier beschrieben: